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“Stenophonie”…

Man hört (hier) den Sprecher etwas wie “yanahagağaitudarfimabad binatīğatlʿamalitzuwifelu minhāğ al-ğadīda” sagen.

Arabistisch transkribiert müsste es etwa so aussehen: “yaʿnī al-ḥaqāʾiq al-ğadīda taẓharu fīmā baʿdu bi natīğāt l-ʿamal taṣnīf wa l-minhāğ al-ğadīda”.

Übersetzt ungefähr: “d.h., die neuen Sachverhalte treten in dem hervor, was später mit/in den Resultaten des Durchführens der Klassifikation und der neuen Methode ist”.

Die Assimilationsregeln der arabischen Grammatik erfordern offenbar eine gründliche Überarbeitung…

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as-sīraḧ

Die Biographie des Propheten nach Ibn Isḥāq von Ibn Hišām, übersetzt von G. Weil, 1864 in zwei Bänden 1864, (Ar.: إبن هشام).

Alhambra

Mal was anderes: neben slide.es (reveal.js) ein weiteres nettes Präsentationsprogramm in der Cloud:

Apropos “cloud”: Ein lesenswerter Essay von Seb Franklin…

Orientalische Übersetzer

G. Strohmaier zum Kopfzerbrechen orientalischer Übersetzer:
“Gegenworte”, 7, Frühling 2001.
http://edoc.bbaw.de/abfrage_collections.php?coll_id=53&la=de
http://edoc.bbaw.de/volltexte/2010/1270/pdf/17_strohmaier.pdf

ʿaṭāʾ

Ar. ʿaṭāʾ pl. ʾaʿṭiya (f): Gabe, Geben, Geschenk, Angebot. Pl. –āt: Angebot, Offerte, Preisangebot, Gebot (bei einer Versteigerung), Bewerbung (bei einer Ausschreibung), Ausschreibung. ṬH XII/16, 199: military payment system;  ĞAS158: “die Zuerkennung des Betrages für die Verwandtschaft des Propheten”, somit das seiner Familie und den Armen zugestandene Fünftel (ḫums) der Beuten.

Zitate zu diesem Begriff:

Unter der “Beute” sind nicht nur ġanīmaḧ und rayʿ zu verstehen, sondern auch die Weise ihrer Verteilung und insbesondere der ʿaṭāʾ an die Staatsmänner und diejenigen, welche Ibn Ḫaldūn zufolge, “mit ihnen in Beziehung stehen” (ĞAS49)

Neben der Rolle der Einberufung und Verteilung der Stämme zur Zeit der Eroberungen war ʿUmar’s Einführung des diwān al-ʿaṭāʾ noch wichtiger für den Nachweis und die Festlegung der Stammesbünde. Er hatte die Genealogen angeregt die Klassifizierung der Stämme und ihrer Stammbäume vorzunehmen. Auf diese Weise seien die Merkmale der Zugehörigkeit zur ʿadnānīyaḧ und yamānīyaḧ definiert, und das Interesse der Stämme an ihren Zugehörigkeiten geweckt worden (156).

ṬH, XII/199. Y. Friedmann erklärt den Diwān zum Militärregister, und den ʿaṭāʾ als “pay system” o. “military pay system” (158).

Die Stellung der Banū ʾUmayyaḧ als Führer der Qurayš, der enorm gewachsene Reichtum der, insbesondere qurayšītischen Staatsmänner durch ʿUmar’s Verteilungssystem des ʿaṭāʾ [1], liess die Revolte in Baṣraḧ und Kūfaḧ zur Amtszeit ʿUṯmān’s als Aufstand der “Araber” auf Stammesebene gegen Qurayš verständlich erscheinen.

ʿUmar hatte angeordnet, bei der Verteilung des ʿaṭāʾ die Verwandtschaft zum Propheten mit religiöser Tugendhaftigkeit zum Bewertungsmasstab zu verbinden (175, im Zushg. mit der Einführung des diwān als Verteilungsschlüssel für den ḫums).

Die Rangfolge in ʿUmar’s Diwān hatte ihre ideologische Bedeutung im Hinblick auf die folgende Periode, weil sich die Errungenschaften seiner autoritären Herrschaft als eine der Quellen des Gesetzes verbreiteten, das als erster Beitrag zur Ordnung der Menschen gemäss ihrer Ränge unternommen wurde. Der fiqh von ʿaṭāʾ und ḫarāğ als Grundlage der arabisch-islamischen ökonomischen Vernunft wurde so von ʿUmar begründet (177).

Ḫarāğ und ğizyaḧ bildeten die beiden Einnahmequellen aus nicht-produktiver Tätigkeit für den Staat, aus denen der ʿaṭāʾ  gesichert werden konnte. Dies war der ökonomische Charakter des islamischen Staates seit ʿUmar b. al-Ḫaṭṭāb (179).

ʿUmar hatte Massnahmen zur Verhinderung von Investitionen des ʿaṭāʾ zur Produktion von noch grösserem Reichtum ergriffen. ʿUṯmān hatte sich imstande gesehen Usurpationen der Qurayš auch ohne die Aufrechterhaltung der Restriktionen im Griff zu behalten.[2] Die Qurayš waren der Einschränkungen unter ʿUmar überdrüssig geworden und gaben daher ʿUṯmān den Vorzug. Andere Quellen berichten, dass ʿUmar mit seinen Statthaltern Einnahmen geteilt habe.[3]

ʿUṯmān’s Verteilung des ʿaṭāʾ war der Grund für die Vermögenskonzentration in den Händen Weniger (183).

ʿUṯmān’s Verteilung des ʿaṭāʾ war der Grund für die Vermögenskonzentration in den Händen Weniger. Überdies hatte er den, von ʿUmar auf Madīnaḧ beschränkten Qurayš die Ausreise gestattet, ihnen ihre verschiedenen Handelsgeschäfte gestattet und so den Weg für Handel und Spekulation mit ihren Anteilen bereitet. Angesichts zunehmender Sorge der Medinenser um ihren ʿaṭāʾ und der zunehmenden Klagen, insbesondere aus Kūfaḧ[4], versicherte ʿUṯmān den Leuten ihren rechtmässigen Besitz im ʿIrāq im Tausch gegen ihren Besitz im Ḥiğāz zu übertragen. Eine Reihe von Männern, die aus Madīnaḧ, Makkaḧ, aṭ-Ṭāʾif, Yemen und Ḥaḍramawt stammten, tauschten auf diese Weise Besitz gegen Ländereien im ʿIrāq.[5]

Solange die Armen, deren Führer keine Armen waren, spürten, dass ihre Armut auf die schlechte Verteilung zurückzuführen war, richtete sich ihr Widerstand gegen den verantwortlichen Kalifen. Die Opposition bildete sich in Madīnaḧ hinter den beiden Symbolfiguren Ṭalḥaḧ und az-Zubayr[6], deren Ehrgeiz sich auf das Kalifenamt richtete. Es gab Übereinstimmungen mit den Rebellen der eroberten Gebiete, die vom schwindenden ʿaṭāʾ und der Ermangelung des Lebensminimums motiviert waren und sich am Wettbewerb beteiligen wollten. Für Ṭalḥaḧ und az-Zubayr war unter diesen Umständen klar, dass ʿAlī sich nicht ihrer Schar zuneigen würde, sondern von allen Seiten von Rebellen umgeben war. Daher zögerten sie nicht ihm, unter dem Vorwand der Blutsühne für ihren alten Gegner ʿUṯmān, den Krieg zu erklären.

ʿAlī hatte den Zugriff seiner Statthalter auf die ḫarāğSteuer und den ʿaṭāʾ in einer Weise beschränkt, das sich die Opposition der Reichen gegen ihn erhob, und diejenigen, welche vom Verlangen nach Anteil an Beute getrieben waren, nicht für ihn schwärmten (193).

Die arabischen Stämme waren mit den Heeren in den eroberten Gebieten verstreut, während in Madīnaḧ, Kūfaḧ und Baṣraḧ nur Eingezogene und “Ruheständler”, mutaqāʿidūn blieben. Sie lebten im “Stamm
und von der “Beute ” aus ʿaṭāʾ  und ḫarāğ. Aus der Verflechtung der Faktoren des Reichtums und des Stammesimaginären ging ein aristokratisch/stammesmässiges Verhalten hervor, dessen Grundlage die Überlegenheit über jene mawālī  war, “denen sie den Islam gebracht hatten, um sie aus der Dunkelheit zu erretten und ans Licht zu führen” (243).

ʾIḥsān an-Naṣṣ, berichtet, er habe 4000 mit den yemenitischen Kalb rivalisierenden muḍaritischen Männern ein ʿaṭāʾ angewiesen. Um den Respekt der Yemeniten für die Muḍariten wiederherzustellen ordnete er die Muḍarīten für einen Landangriff ab, während er die Yemeniten für den riskanteren Seeangriff einteilte, bis sie in ihren Dichtungen klagten.[7]

Die ʾUmayyaden verstanden sich darauf, den ʿaṭāʾ zu ihrem Nutzen zur Änderung der Kräftebalance zwischen qaysīyaḧ und yamanīyaḧ einzusetzen. Sie verwendeten die materiellen und politischen Zuwendungen als Anreize und zum Gewinn von Rang und Würde, wie Ibn Ḫaldūn sagt, nützt der Rang dem Vermögen (252).

Der “ʿaṭāʾStaat” war langfristig nicht imstande Zufriedenheit zu gewährleisten und die Opposition im Zaum zu halten. Die allgemeine Unzufriedenheit nahm zu und führte, angefacht durch den ʿaṭāʾ selbst, zu Feindseligkeiten zwischen den Stämmen und zu Revolten, deren Niederwerfung in eine Finanzkrise führte, die nur durch die Erhöhung des ḫarāğ überwunden werden konnte. Bei Muʿāwiyaḧ’s Tod hatten sich die Zubayrīten im Ḥiğāz, al-Muḫtār b. ʾAbī ʿUbayd im ʿIrāq, die ḫawāriğ in der Yamāmaḧ und in Persien und anderen Regionen erhoben und brachten damit das finanzielle Gleichgewicht des Staates ins Wanken (258).

Die Beteiligung der mawālī an der ʿaṭāʾ und die Befreiung der ʿabīd verärgerte die ʾašrāf von Kūfaḧ, so dass sie bei der Gelegenheit der Niederlage des Heeres in Mawṣil ihren Šayḫ Šabaṯ b. Ribʿī zu einer Unterredung mit al-Muḫtār beauftragten, die den Beschluss zur Folge hatte, al-Muḫtār zu bekämpfen.[8]

Al-Ğahm b. Ṣafwān war wazīr al-Ḥāriṯ b. Surayğ’s, der gegen die ʾumayyadische Regierung revoltierte und die Gleichberechtigung von mawālī und Arabern vertrat. Die Kopfsteuer für die Nichtaraber sollte abgeschafft werden und ihren Kriegern eine Beteiligung an der ʿaṭāʾ zugestanden werden, was seiner Bewegung grossen Zulauf verschafft habe.[9]

Der Wegfall der ğizyaḧ für nichtarabische Muslime und die Beteiligung der mawālī an dem ʿaṭāʾ führte zur Kristallisierung einer Elite als gesellschaftlichem Rang, deren Beziehungen untereinander gemäss dem Prinzip “die Menschen gemäss ihrer Ränge/Würde zu behandeln” geordnet wurden.[10] Die gesellschaftlichen Verbindungen gründeten jetzt auf einer neuen Form von “Abstammung”, der Zugehörigkeit zu den Edlen oder zur Allgemeinheit. Die Elite bildete jetzt die Mitte der gesellschaftlichen Pyramide.


[1] ĞAS158, ar. ʿaṭāʾĞ merkt an, es handele sich dabei um die Zuerkennung des Betrages für die Verwandtschaft des Propheten.

[2] Ğ zit. ṬB, II/679 (ṬH, XV/223), demzufolge ʿUmar prominenten Qurayš die Beteiligung an den Eroberungen ohne seine Genehmigung verboten hatte.

[3] Ğ zit. al-Yaʿqūbī, tārīḫ, II/109, und ʾAbū Bakr Muḥammad b. al-Walīd aṭ-Ṭarṭūšī, sirāğ al-mulūk, al-Iskandarīyaḧ, 1289h, 243f., demzufolge es sich nur um Vermögenswerte gehandelt haben soll, die ihnen nicht zuerkannt werden konnten. Ebd., werde auch berichtet, das ʿUmar den Eroberern den Erwerb von Landbesitz und die Beschäftigung mit der Landwirtschaft verboten habe, bevor Truppen zur Sicherung bereitgestanden hätten, sowie er auch eigenmächtige Bauunternehmungen unterbunden habe.

[4] Dort war es zu Auseinandersetzungen zwischen den Veteranen und den Neuankömmlingen gekommen, vgl. ṬH, XV/58.

[5] ĞAS183 zit. ṬB, II/614 (ṬH, XV/59f.). Ṭalḥaḧ habe beispielsweise für seinen Besitz in Ḫaybar an-našāstağ erhalten, das zu dem Anteil derjenigen Medinenser gehörte, die in Qadīsīyaḧ und Ctesiphon gekämpft hatten, ohne sich dort niederzulassen.

[6] ĞAS190, beide wurden oben zu den reichsten Arabern ihrer Zeit gerechnet.

[7] Ğ zit. ʾIḥsān an-Naṣṣ, al-ʿaṣabīyaḧ al-qiblīyaḧ wa-ʾāṯāruhā fī-š-šiʿr al-ʾumawī, Bayrūt 1964, 256. Danach habe er sich wieder mit ihnen versöhnt.

[8] Ğ269 zit. ṬB, II/454 (ṬH, XXI/11f.) Die mawālī und ihr Boden wurden von diesen ʾašrāf als die, ihnen von Gott zugesicherte Beute aufgefasst.

[9] Ğ318 bez. J. Wellhausen, Geschichte des arab. Staates, Übers. al-Qāhiraḧ 1958, 441ff.

[10] Ğ334/1, vgl. oben Ğ174/3, wo dieser Hadīṯ bei ʾAbū Dāwūd im Zusammenhang mit der Verteilung des ḫums unter ʾAbū Bakr und ʿUmar bereits erwähnt wurde.

Cultural Critique

muwāṭana

Romano-Arabica_VIII-XI

Laura Sitaru (Bucharest), on terminological confusion:

Some Considerations on the Concept of muwāṭana, in:

Romano-Arabica, NS 8-11, Islamic Space: Linguistic and Cultural Diversity, Bucureşti 2011, 199ff.

Further issues of this journal…

Ğ130, 316 (RPI108: patriotisme für aš-šuʿūr al-muwāṭinaḧ; 267: citoyenneté)